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Im Harzkreis leben – ein Leben lang lernen können

Die Schulgesetzgebung des Landes Sachsen-Anhalt hat eine Schullandschaft im Landkreis Harz zur Folge, die weder den qualitativen Anforderungen gerecht wird noch gleiche Bildungs- und Entwicklungschancen für alle Kinder ermöglicht. Verschärft wird die Situation dadurch, dass ein Viertel der Kinder (mehr als 6000) in Armut leben muss. DIE LINKE unterstützt deshalb alle Anstrengungen, die Verbesserungen des Schulsystems im Sinne der Schülerinnen und Schüler anstreben.

Dafür setzen wir uns ein:

Die Kindertageseinrichtungen sind Bildungsstätten

Angebote der frühkindlichen Förderung und Bildung müssen darum allen Kindern – unabhängig vom Erwerbsstatus der Eltern – offen stehen. Wir bestehen darauf, dass alle Kinder einen Anspruch auf Ganztagsbetreuung haben müssen (Abschaffung der 5-Stunden-Regelung für Kinder von Arbeitslosen!).

Längeres gemeinsames Lernen bis zur Klasse 9

erfordert die schrittweise Überwindung des gegliederten Schulsystems; statt sozialer Auslese soll der freie Zugang zu allen Bildungsangeboten gesichert werden, unabhängig von der sozialen Herkunft und den materiellen Möglichkeiten der Kinder und Jugendlichen. In diesem Prozess muss eine grundlegende Bildungsreform in Sachsen-Anhalt auf den Weg gebracht werden, die u.a. zum Inhalt hat: Abschaffung des Hauptschulabschlusses, weil er unzureichend ist für Berufs- und Lebensvorbereitung, Reduzierung der Zahl der Schüler, die die Sekundarschule ohne Abschluss verlassen, Erhöhung des Anteils der Abiturienten

Eine verstärkte Investitionstätigkeit im Bereich der Schulen

Es ist kurzfristig eine Prioritätenliste zu erarbeiten, nach der Investitionen und Reparaturen zielgerichtet durchgeführt werden können. Grundlage dafür sind die von den Schulen erarbeiteten inhaltlichen Konzepte (Schulprogramme). Das ist auch eine Möglichkeit, um das Angebot an Ganztagsschulen im Landkreis Harz zu verbessern. Die Investitionstätigkeit des Kreises sollte auf den Bildungsbereich konzentriert werden.

Die Schulentwicklungsplanung fortschreiben und flexibler handhaben

Trotz zeitweilig sinkender Schülerzahlen darf unser Schulnetz nicht weiter ausgedünnt werden! Hier bietet sich die Chance, mit den vorhandenen Ressourcen eine Qualitätssteigerung in der Bildung und Erziehung der Schülerinnen und Schüler zu erreichen. Die in den drei Landkreisen vorliegenden Planungen sind zeitnah aufeinander abzustimmen. Die Situation der Stadt Falkenstein ist besonders zu berücksichtigen (Erhalt der Sekundarschule Falkenstein). Für alle Schüler  -  auch im Oberharz  -  müssen Möglichkeiten der Beschulung im neuen Landkreis geschaffen werden!

Unterstützung der Förderzentren

Besonders für das Konzept der integrativen Beschulung müssen die finanziellen und materiellen Grundlagen geschaffen werden, um bei Schülerinnen und Schülern aus allen Schulformen, bei denen Förderbedarf besteht, über vielfältige Lernformen Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten zu entwickeln.

Die Berufsschulen des Landkreises

sollen ihre Kooperation mit dem Ziel vertiefen, die Qualität der Ausbildung weiter zu verbessern. Das Abwandern von Fachklassen (2. und 3. Lehrjahr) aus dem Harzkreis muss verhindert werden. Gemeinsam mit den Sekundarschulen und den Berufsbildungszentren ist das produktive Lernen zu fördern. Für Schulverweigerer ist in dieser Kooperation ein Förderprojekt zu entwickeln

Die Schulsozialarbeit ist in geeigneter Weise wieder herzustellen.

Die Zusammenarbeit der Hochschule Harz mit allen Bildungseinrichtungen

wird von uns unterstützt. Initiativen der Hochschule im Territorium wie Kinderhochschule, Seniorenakademie oder öffentliche Nutzung der Hochschulbibliothek sind durch den Landkreis in geeigneter Weise zu begleiten.
DIE LINKE unterstützt in gleicher Weise die Kooperation von Firmen des Landkreises mit Schulen, auch in Form von Patenschaften und in anderen Strukturen.

Die Kreisvolkshochschule Harz GmbH

wurde zunächst von den beiden Landkreisen Quedlinburg und Wernigerode gebildet und sollte jetzt auf den Landkreis Halberstadt und die Stadt Falkenstein ausgedehnt werden. Die Einrichtung von Außenstellen sichert die Bürgerfreundlichkeit und macht die Angebote in ihrer Vielfalt besser nutzbar.
In ähnlicher Weise sollte für den Harzkreis die Musikschule Harz gebildet werden.

Förderung vielfältiger kultureller Aktivitäten

DIE LINKE unterstützt die Zusammenarbeit des Nordharzer Städtebundtheaters und des Kammerorchesters Wernigerode mit den Schulen und der Kreismusikschule ebenso wie die Forderung nach der langfristigen Sicherung der Qualität der Ausbildung und der Arbeit der Chöre am Musikgymnasium Wernigerode.

Wir setzen uns dafür ein, dass an allen Schulen Bibliotheken eingerichtet, ausgebaut und genutzt werden können. Durch enge Zusammenarbeit mit den örtlichen Bibliotheken ist ihre Wirksamkeit zu erhöhen.

Verbesserung der Schülerbeförderung

Die Einbeziehung der Klassenstufen 11 und 12 in die unentgeltliche Beförderung nach dem Beispiel des Landkreises Quedlinburg ist auf den neuen Landkreis zu übertragen. Schülerinnen und Schülern aus sozial schwachen Familien ist auch durch diese Maßnahme der Zugang zu höheren Bildungsangeboten zu erleichtern.