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Linkspolitiker zu Besuch im Derenburger Tierheim

Die Lage nicht weniger Tierheime in Deutschland ist dramatisch. Wolfgang Apel, der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, hat sich deshalb mit einem offenen Brief an alle Kommunalpolitiker gewandt. „Die Tierheime kümmern sich mit vielen ehrenamtlichen Helfern um jedes Tier – rund um die Uhr. Das gilt auch für Fundtiere. Damit übernehmen die Tierheime Verpflichtungen der Kommunen, bleiben aber immer häufiger auf den Kosten sitzen. Zudem werden immer mehr Lasten als Folge der Gesetzgebung auf den karitativen Tierschutz abgeschoben. Das kann so nicht weitergehen, Tierschutz ist eine staatliche Aufgabe“, schreibt Apel. Finanzkrise und der Sozialgesetzgebung würden sich auch auf die Situation in den Tierheimen auswirken: „Auf der einen Seite gehen Spendenaufkommen und Sponsoringleistungen weiter zurück, auf der anderen Seite werden immer mehr Tiere aus finanziellen Gründen abgegeben“, schreibt der Präsident.
Dieser Appell des Tierschutzbundes bestimmte deshalb den allerdings schon länger geplanten Besuch der Linkspolitiker André Lüderitz (Kreistags- und Landtagsmitglied), Eberhard Schröder (Kreistagsmitglied) sowie Joachim Pflaumbaum (Stadtrat Blankenburg) und Christian Härtel (Stadtrat Wernigerode).

Geltende Gesetze bestimmen, dass für Fundtiere die Städte und für Maßnahmen des Tierschutzes der Landkreis zuständig sind. Diese Aufgaben werden fachkundig vom Tierheim Derenburg unterstützt. Der Landkreis und zwei Städte zahlen dafür jährlich eine Pauschale.Die Linkspolitiker wollten sich im Derenburger Tierheim ein Bild über die aktuelle Lage verschaffen. Das Heim nimmt Fundtiere aus Osterwieck, Nordharz, Ilsenburg, Wernigerode und Blankenburg auf.Tierheimleiterin Dagmar Fichtner informierte über die nach wie vor angespannte finanzielle Situation in Derenburg. Laufende Kosten für Strom, Heizung und vor allem die notwendigen Tierarztbesuche schlagen zu Buche. Positiv sind die  zahlreichen Futterspenden zu vermerken. Weiter verbessern werden sich mit dem Umbau eines 3. Gebäudes die räumlichen Bedingungen. Allerdings sei auch in Derenburg die Vermittlungsrate der Tierheimbewohner rückläufig. Aktuell werden von den Mitarbeitern 22 Hunde, 27 Katzen, vier Ratten und zwei Meerschweinchen betreut. André Lüderitz freute es, dass das Derenburger Tierheim nach einer schwierigen Phase im vergangenen Jahr nun wieder in „sicherem Fahrwasser“ liege. Er plädierte dafür, dass die Aufgaben der 28 Tierheime im Land für den Tierschutz auch im Tierschutzgesetz – wie zum Beispiel in Hessen – verankert werden sollten. Dafür wolle er sich im Landtag einsetzen. Außerdem plädierten die Linkspolitiker dafür, dass sich alle Kommunen in ihren Verträgen für pauschale Zuwendungen für das Tierheim entscheiden. Dafür liegen ausreichende Erfahrungen vor und das Tierheim könnte die Arbeit noch verlässlicher planen und die erforderlichen Kapazitäten für Fundtiere aus den Kommunen vorhalten.Zum Abschied überreichten die Linkspolitiker der Tierheimchefin eine Geldspende.