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„Gemeinsam für vielfältiges Angebot kämpfen“

Das Podium: Johannes Rieger (Theaterintendant und Musikdirektor des Nordharzer Städtebundtheaters), Dr. Jan Hofmann (Staatssekretär des Kultusministeriums), MdL Edwina Koch-Kupfer, Wulf Gallert (Fraktionsvorsitzender DIE LINKE im Landtag von Sachsen-Anhalt), Andreas Henke (Oberbürgermeister Halberstadt) v.l.n.r.
André Lüderitz, Monika Hohmann, Johannes Rieger, Dr. Jan Hofmann, Edwina Koch-Kupfer, Wulf Gallert, Kreistagsfraktionsvorsitzender Carsten Nell, Andreas Henke, Evelyn Edler, Stefan Gebhardt

„Kulturraum Harz - Wie viel Kultur lassen die Finanzen noch zu?" Dieser und weiteren Fragen rund um das Thema Kultur gingen am vergangenen Sonntag die vier  Harzer Landtagsabgeordneten der LINKEN Edwina Koch-Kupfer (Halberstadt), Evelyn Edler (Wernigerode), Monika Hohmann (Quedlinburg) und André Lüderitz (Blankenburg) auf ihrem 23. Wirtschaftspolitischen Frühschoppen im Blankenburger Berghotel Vogelherd nach.
Dazu konnten zahlreiche kompetente Gesprächspartner aus der Landespolitik und dem Harzkreis, darunter Kulturstaatssekretär Dr. Jan Hofmann, der Intendant des Nordharzer Städtebundtheaters Johannes Rieger, Halberstadts Oberbürgermeister Andreas Henke, LINKE-Landtagsfraktionschef Wulf Gallert und der kultur- und medienpolitischen Sprecher MdL Stefan Gebhardt begrüßt werden. Unter den insgesamt sechzig Gästen befanden sich viele Vertreter von Kultureinrichtungen im Harzkreis, die dessen breites Kulturspektrum repräsentierten, so z.B. Dr. Ute Pott, Direktorin des Gleimhauses, Dr. Bernd Nicolai, Direktor des Heineanums, Björn Egging, Direktor der Lyonel-Feininger-Galerie und Dr. Uwe Heuck, Vorsitzender vom Förderverein des Philharmonischen Kammerorchesters Wernigerode.
In ihrer Moderation griff Edwina Koch-Kupfer wichtige Themen wie den Kulturkonvent auf, der bis Ende des Jahres ein langfristiges Konzept zur Kulturlandschaft in Sachsen-Anhalt entwickeln soll, und die Frage, ob man Kultur zu einer Pflichtaufgabe erheben müsse, um deren Finanzierung langfristig in den Kommunen zu sichern. Wulf Gallert benennt hierzu als zentrale Frage, wie viel Kultur wir aus dem reichhaltigen Kulturangeboten aus der Zeit vor 1990 erhalten und weiterentwickeln wollen. Selbst wenn die Kulturfinanzierung von der bisher freiwilligen zur Pflichtaufgabe deklariert werden würde, wäre damit noch nicht die Frage einer ausreichenden Finanzierung von Theatern, Orchestern und Museen geklärt.

Halberstadts Oberbürgermeister Andreas Henke forderte ein klares Bekenntnis aller politisch Verantwortlichen im Land, Kreis und den Kommunen für den Erhalt kultureller Einrichtungen, wie dem Nordharzer Städtebundtheater ein, und diese eindeutige harzkreisweite Bekenntnis fängt seiner Meinung nach beim Landrat an. Er werde gemeinsam mit allen Bürgerinnen und Bürgern dafür kämpfen, dass 200 Jahre Theatertradition „nicht den Bach runter gehen“ und verwies auf die bereits gesammelten 15.000 Unterschriften aus dem Harzkreis und auch anderen Bundesländern zum Erhalt des Theaters.

Staatssekretär Dr. Jan Hofmann betonte, dass das Land eine vielfältige Theater- und Kulturlandschaft erhalten wolle, deren Struktur mit den sinkenden Einwohnerzahlen und sinkenden Finanzen in Einklang gebracht werden müssen. Aus seiner Sicht könnten Kooperation, Konzentration und Profilierung ein Weg sein, damit umzugehen. Außerdem sieht er in der Einberufung eines Kulturkonvents zur Erarbeitung eines Kulturkonzepts kein „Drücken der Politik vor einer Entscheidung“. Vielmehr ist er guter Hoffnung, dass dieser neue Kommunikationsprozess zu einem aussagekräftigen Ergebnis führen wird und damit Sachsen-Anhalt ein Alleinstellungsmerkmal erhält, weil sich erstmals die Akteure selbst um ein erfolgreiches Kulturkonzept gekümmert haben würden.
Angesprochen auf die Zukunft der Kultur im Harz thematisierte Kulturpolitiker Stefan Gebhardt, selbst Mitglied im Kulturkonvent, das Problem  einer „ordentlichen“ Entlohnung für alle im Kulturbereich tätigen. Die Einkommen der Kulturschaffenden lägen oft weit entfernt von dem, was hochqualifizierte Kunstschaffende woanders in der Bundrepublik erhalten. Auch und gerade in diesem Bereich müsse ein Mindestlohn her, bekräftigte Gebhardt die Position der Linksfraktion.
Als Dankeschön wurde Staatssekretär Dr. Hofmann eine Kulturaktie überreicht, die nochmals die Verbindung zwischen den einzelnen Verantwortungsebenen zeigen sollte.  Die weiteren Gesprächspartner erhielten kleine Harzer Präsente.

Nicht nur als Moderatorin zeigte sich Edwina Koch-Kupfer glücklich über das gute Gelingen der Veranstaltung. Die viele organisatorische Arbeit im Vorfeld habe sich gelohnt. „Dieser Wirtschaftspolitische Frühschoppen zeichnete sich ganz besonders durch eine sehr konstruktive Gesprächsatmosphäre aus, durch kompetente Gesprächspartner und inhaltsbezogene Debatten mit großer Ernsthaftigkeit an der Sache“, so Koch-Kupfer. „Die Debatte zeigte, dass alle Akteure auf den verschiedenen Ebenen an zukunftsfähigen Lösungen interessiert sind. Das lässt zumindest die Hoffnung aufkeimen, dass es solche Lösungen für Kultur im Harzkreis geben kann und hoffentlich auch geben wird.“