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MH/EE

LINKE kritisiert: Jedes fünfte Kind im Harzkreis von Kinderarmut betroffen

Linkspolitikerinnen Monika Hohmann, Mitglied des Landtages und Evelyn Edler, Mitglied des Kreistages Harz zur Kinderarmut:

 

Harzkreis: Die Kinderarmut im Landkreis Harz ist anhaltend hoch und zwischen 2011 und 2015 nur geringfügig von 23,3 Prozent auf 19,6% gesunken. Für die Linkspartei im Harzkreis offenbaren die Zahlen der jüngsten Bertelsmann-Stiftung zur Kinderarmut in Deutschland erneut einen gesellschaftlichen Skandal.

Wie die LINKE-Landtagsabgeordnete Monika Hohmann und die LINKE-Kreistagsabgeordnete Evelyn Edler mitteilen, lebten im Jahr 2015 insgesamt 5.776 Kinder unter 18 Jahren im Landkreis Harz in Familien mit SGB II-Bezug, allgemein auch „Hartz IV“ genannt. Aufgeschlüsselt nach Altersgruppen sind 20,8% der unter 3-Jährigen, 22,0% der 3- bis 6-Jährigen, 19,9% der 6- bis 15-Jährigen und 15,5% der 15- bis 18-Jährigen von Kinderarmut betroffen.

Für Hohmann und Edler sei die Kinderarmut, von der in einem so reichen Land wie Deutschland fast zwei Millionen Kinder und Jugendliche betroffen sind, ein gesellschaftlicher Skandal. Denn ärmere Kinder haben laut zahlreicher Studien erwiesenermaßen schlechtere Chancen auf einen guten Bildungsabschluss, sind stärker in ihrer körperlichen und gesundheitlichen Entwicklung eingeschränkt, haben schlechtere Wohnbedingungen, sind von der sozio-kulturellen Teilhabe weitgehend ausgeschlossen und weisen häufiger Defizite hinsichtlich ihres Spiel- und Arbeitsverhaltens, ihrer Sprachkompetenz und ihrer Einbindung in soziale Netzwerke auf

Nach Ansicht der Linkspartei hätten die bisherigen Regierungen in Bund und Land die Kinderarmut nicht ausreichend bekämpft, viel schlimmer noch, sie hätten die Armut durch konkrete politische Entscheidungen seit den frühen 2000er Jahren sogar noch erhöht.

 Um die Kinderarmut wirksam zu bekämpfen fordern Hohmann und Edler unter anderem eine soziale Absicherung für alle Kinder und Jugendliche durch eine existenzsichernde Kindergrundsicherung. Die Situation der Eltern auf dem Arbeitsmarkt müsse verbessert, prekäre Beschäftigung zu Niedriglöhnen zurückgedrängt werden. Zum Kindeswohl trage auch eine hochwertige Kita- und Schulverpflegung bei. Und zu guter Letzt sei das Bildungs-und Teilhabepaket zu entbürokratisieren und zu überarbeiten.

Darum setze sich die Linkspartei auf Kreisebene dafür ein, dass das „JugendFreizeitAbo“ der Harzer Verkehrsbetriebe für Inhaber des Kreis-Sozialpass zu einem reduzierten Preis erhältlich ist. So wolle die Partei die soziale Teilhabe und Mobilität Jugendlicher auch im ländlichen Raum unterstützen.

„Fast 5.800 betroffene Kinder und Jugendliche in unserem Landkreis sind 5.800 Gründe, sich mit aller Kraft für die Überwindung von Armut einzusetzen“ erklären Monika Hohmann und Evelyn Edler abschließend.