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Zu den fragwürdigen jährlichen Ehrungen an den Offiziersgräbern kommt eine weitere Ungeheuerlichkeit: Blankenburg ist seit 2014 Heimstatt des "Eisernen Kreuzes" der EMDEN I bis V

Eberhard Schröder

Blankenburg darf nicht Heimstatt für das Eiserne Kreuz der Emden sein

Zum Volksstimme-Artikel vom 01.02.2014 „Wortgefechte im Netz wegen maroder Offiziers-Gräber“ erklärt MdK Eberhard Schröder:

Es geht nicht in erster Linie um die Sanierung von Offiziersgräbern in Blankenburg. Vielmehr stellt sich die Frage nach dem Geschichtsverständnis und nach der Tradition, in der Bürgermeister Noll sich als Verantwortungsträger seiner Stadt sieht.
Hätte es noch einer weiteren Antwort auf diese Frage bedurft, so haben diese Herr Noll und das Bundeswehr-Restkommando der Emden-Fregatte selbst geliefert.
So heißt es auf der Internetpräsenz von Blankenburg: „Am Sonntag, dem 19. Januar 2014, überreichte Fregattenkapitän Hendrik Hülsmann gemeinsam mit Leutnant Jens Rademacher in Gedenken an Kapitän Karl von Müller Bürgermeister Hanns-Michael Noll eine Replik des Eisernen Kreuzes, welches die Folgegenerationen der S.M.S. Emden - zuletzt die Emdem V - zierte.“

Offensichtlich sieht Herr Noll Blankenburg als geeignete Heimstatt für dieses Eiserne Kreuz.

Das Kreuz wurde der Emden u.a. für folgende „Verdienste“ verliehen, die Karl von Müller als Kommandant der Emden von 1913-14 zu verantworten hat: Kanonenfeuer vom Jangtse-Fluß auf Chinesen, die sich gegen die deutsche koloniale Unterdrückung erhoben hatten; Kanonenfeuer auf das indische Madras mit Tötung von Zivilisten; Versenkung zahlreicher Handelsschiffe im indischen Ozean; Tod von 136 Besatzungsmitgliedern der Emden nach einem Befehl von Müllers zum Gefecht in aussichtsloser Lage.
Dieses Eiserne Kreuz trug auch die Emden III, die 1941 aktiv am Überfall des faschistischen Deutschlands auf die Sowjetunion beteiligt war.

Karl von Müller war außerdem seit 1920 Abgeordneter der Deutschnationalen Volkspartei im Braunschweigischen Landtag. Diese Partei wandte sich bereits in ihrem Programm von 1920 „gegen die immer verhängnisvoller hervortretende Vorherrschaft des Judentums.“. Der Deutsche Bundestag bewertet die DNVP als antidemokratisch.

Die Bundeswehr-Besatzung der Emden ehrt von Müller und sein zweifelhaftes politisches und militärische Erbe seit Jahren in Blankenburg. „In ehrendem Gedenken – Die Besatzung der Emden“ ist auf der Kranzschleife zu lesen, die Anfang Februar 2014 an seiner Grabstätte liegt.

Zudem gab es in den Vorjahren im Rathaus Blankenburg eine Ausstellung zum „berühmten Kapitän“ Karl von Müller, an seinem ehemaligen Wohnhaus erinnert eine Plakette an ihn und regelmäßig wird seiner in Blankenburg gedacht.

Diesen Umgang in der aktuellen Politik kritisiere ich, nicht die Friedhofssatzung von Blankenburg.

 

Eberhard Schröder
Mitglied des Kreistages Harz